Mario Schmidt Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden
Mario SchmidtStadtrat der Landeshauptstadt Dresden 

Das frühere Robotron-Areal ändert sein Antlitz

Auf dem früheren Robotron-Areal entsteht vieles neu. Ein erster Bebauungsplan im südlichen Bereich an der Bürgerwiese wurde bereits als Satzung beschlossen, dort besteht also Baurecht und es kann losgebaut werden, sobald der Eigentümer eine Genehmigung seiner Bauanträge vorliegen hat. In diesem Quartier kämpfen wir gerade noch um die (nach Bebauungsplan mögliche, aber nicht verpflichtende) Rekonstruktion des Palais Oppenheim.

 

Am 02.02.2022 ging es im Bauausschuss um den nächsten Teil (genannt Blüherpark West – St. Petersburger Straße). Gemeint ist damit das Baufeld, auf dem sich derzeit noch der alte Robotron-Büro-Riegel entlang der St. Petersburger Straße befindet. Die TLG plant, dieses Gebäude perspektivisch durch einen deutlich größeren Neubau zu ersetzen.

 

Der Entwurf des Bebauungsplans wurde uns zur Beschlussfassung vorgelegt. Werden diese Vorlagen in der Regel nach ein paar Rückfragen durch den Stadtrat abgesegnet, dauerte die Beratung zu diesem Bebauungsplan fast zwei Stunden. Und das war gut, denn wir haben gestern gemeinsam viel erreicht. Schließlich handelt es sich nicht um irgendein Bürogrundstück in einer drittklassigen Nebenlage. Nein, hier haben wir ein Filetgrundstück mit starker Präsenz im Stadtbild. Verständlich, dass wir dafür nicht eine mittelmäßige Lösung akzeptieren wollten.

 

Der Baukörper soll lt. Planungen doppelt so groß und in Teilen auch höher als das bisherige Bürogebäude werden, an den Eckpunkten zum Pirnaischen Platz sowie zur Halfpipe an der Lingner-Allee ist die Ausbildung von Hochpunkten vorgesehen.

 

Wir haben gestern mit einer Vielzahl von Änderungsanträgen, eingebracht von verschiedenen Mitgliedern des Ausschusses, eine ganze Menge an guten Veränderungen bzw. Vorgaben für die weiteren Planungen erreicht:

 

1. Die Tiefgarage soll nicht über die St. Petersburger Straße erschlossen werden (die Zufahrt hätte Risiken für den Rad- und Fußverkehr dargestellt).

2. Es soll die Offenlegung (wo möglich) des Kaitzbachs geprüft werden.

3.Wir wollen eine Durchwegung durch den 160 m langen Baukörper.

4. Der denkmalgeschützte Glasbrunnenplatz an der Ecke zum Pirnaischen Platz soll nicht überbaut werden (es war eine teilweise überhängende Bebauung angedacht).

5. Das Zierfries im Bestandsgebäude soll bei Abbruch geborgen werden. Eine gestalterische Integration in die neue Fassade soll verbindlich vereinbart werden.

6. Die Planstraße im rückwärtigen Bereich (Ostseite) soll als verkehrsberuhigter Bereich realisiert werden.

7. Im Bereich von Einzelhandelsgeschäften sollen Radabstellanlagen eingangsnah eingeordnet werden.

8. Die Begrünung ist zu qualifizieren: Substratschicht auf den Dächern 25 cm statt 18 cm, auf der TG-Überdachung 95 cm statt 60 cm. Zudem soll die Begrünung der Innenhöfe verdichtet werden.

9. Die Geschossigkeit soll verbindlich festgesetzt werden.

 

Zudem wird es einen Architektur- oder Gestaltungswettbewerb geben. Für diesen sind bei der Auslobung auf meinen Antrag hin folgende Punkte zu berücksichtigen:

 

1. Alternativ zu einem Flachdach sollen analog zur Umgebung in der Altstadt gegenüber oder auch der Grunaer Straße Sattel- oder Walmdächer ermöglicht bzw. nicht von vornherein ausgeschlossen werden.

2. Die Fassaden sind horizontal und vertikal zu gliedern. Es ist aus unserer Sicht notwendig, die Fassadengestaltung hinsichtlich Gliederung der Baukörper der Fassadenfelder, Anordnung und Form von Fenstern, Materialien und Farben verantwortlich vorzudenken.

3. Die Empfehlung der Gestaltungskommission (Sitzung vom 24.09.2021) sind zu berücksichtigen.

 

Dresden, 03.02.2022