Ein Kompromiss für die Campuslinie im Umfeld des Wasaplatzes? Wohl kaum.

Warum ich auch die neuesten Vorschläge der Verwaltung ablehne

Die Verwaltung hat am 15.04.2026 einen von ihr selbst als Kompromiss bezeichneten neuen Vorschlag für die Verkehrsführung im Zuge des weiteren Ausbaus der Campuslinie vorgestellt.

Dieser sogenannte Kompromiss ist eine weitere schlechte Variante, die aus meiner Sicht nicht funktionieren wird. Zudem erfordert sie teure Zusatzmaßnahmen, die nicht akzeptabel sind.

Was ich an der Variante kritisiere und warum ich sie ablehne:

1. Der Radverkehr soll, der grünen Ideologie folgend, unbedingt zusätzlich auf der Caspar-David-Friedrich-Straße eingeordnet werden. Da die Straße ohnehin schon eng ist und kein Ausbaupotenzial in den Seitenbereichen besteht, soll zugunsten beidseitiger Radstreifen der MIV in beiden Richtungen auf den Gleiskörper verlegt werden. Mit anderen Worten: Während wir immer wieder von ÖPNV-Beschleunigung hören, soll hier im Zuge einer Neubauplanung der ÖPNV ausgebremst werden.

2. Der Radverkehr soll zwar in der CDF-Straße mit Radstreifen berücksichtigt werden, aber zusätzlich soll es parallele Alternativen geben. Über die Hildebrandstraße und -neu- über eine beidseitige Öffnung der Heinrich-Zille-Straße für den Radverkehr. Diese braucht niemand (außer dem ADFC, der genau das schon ewig fordert und nun auch bekommen soll). Denn wer aus landwärtiger Richtung mit dem Rad kommt und in Richtung Wasaplatz will, fährt bereits vorher durch die Mockritzer Straße oder die Kurt-Frölich-Straße. Wer aus stadtwärtiger Richtung kommt, kann den Wasaplatz über die Hildebrandstraße erreichen. Und wer von Süden kommt, kann über die Geystraße und die Kurt-Frölich-Straße ebenfalls perfekt den Wasaplatz und damit das Stadtteilzentrum von Strehlen erreichen.

3. Weil entgegen ursprünglicher Planungen für die Stadtbahn 2020 nun nicht mehr davon die Rede ist, dass die Campuslinie die Buslinie 61 ersetzen soll (diese soll weiterhin fahren, Ersatz soll die Bahn neuerdings nur noch für die Verstärkerbusse liefern), ist der Verkehrsknoten Wasaplatz überlastet. Um hier eine Entlastung zu erreichen, soll die Lockwitzer Straße in stadtwärtiger Richtung für den MIV gesperrt werden. Im Gegenzug soll die Lannerstraße, bisher Einbahnstraße, künftig in beide Richtungen befahrbar sein. Das führt zu neuen Problemen, weil an der Ecke Lannerstraße/Kreischaer Straße ein Linksabbiegen - auch aufgrund querender Fußgänger - nur mit zusätzlicher Ampel möglich ist (die ist in den Planungen jedoch nicht enthalten ...). Zudem müssten an beiden Enden der Lannerstraße vorgestreckte Bordsteine zurückgebaut werden - welche Idiotie, wenn man bedenkt, dass der Bau von vorgestreckten Bordsteiner zur Vermeidung von Kreuzungsparken andernorts regelmäßig neu erfolgt. Hier haben wir das im Bestand und man will es zurückbauen.

Begleiterscheinungen sind: der Wegfall von Parkflächen in direkter Nähe zum Wasaplatz und eine Zunahme des Schleichverkehrs im historischen (und per Erhaltungssatzung besonders geschützten) Dorfkern.

Die Stadtbahn 2020 war ein ambitioniertes Projekt. Schon bei der Vorstellung der ursprünglichen Planungen hatten wir als CDU auf nicht unerhebliche Probleme im Bereich CDF-Straße und Wasaplatz hingewiesen. Diese wurden weggewischt. Inzwischen heißt das Projekt nicht mehr Stadtbahn 2020, sondern Campuslinie (weil man sich so nicht mehr auf eine Jahreszahl für die Fertigstellung festlegen muss). Aber auch mit dem neuen Namen sind die Probleme gleich geblieben.

© Mario Schmidt. Alle Rechte vorbehalten. 

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