Mario Schmidt Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden
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Ein neuer Kaufpark Nickern - kommt er oder kommt er nicht?

Seit einigen Wochen ist bekannt, dass Kurt Krieger, in Dresden auch bekannt als Eigentümer des Elbeparks, den Kaufpark Nickern kaufen möchte. Da der Kaufpark in seiner jetzigen Form nicht zukunftsfähig ist, hat Krieger Pläne. Diese sehen einen schrittweisen Abriss des bestehenden Gebäudes und den Bau eines neuen Einkaufszentrums mit repräsentativen Stadthäusern als Eingangsbereich vor.

 

Am Mittwoch (10.03.2021) stand das Thema erneut auf der Tagesordnung im Bauausschuss, verbunden mit dem Aufstellungsbeschluss eines Bebauungsplanes für einen neuen Kaufpark Nickern. Im Vorfeld war Kritik insbesondere der Innenstadthändler sowie des City-Managements laut geworden. Man befürchtet neue Konkurrenz für die Inennstadt, wenn im Zuge des Neubaus auch Verkaufsflächen zugunsten sogenannten innenstadtrelevanten Sortimentes (also bspw. Textil oder Schuhe/Lederwaren) umgewidmet werden.

 

Da Herr Krieger eine bis zum 21.03.2021 befristete Kaufoption für den Kaufpark hat, hatte er im Vorfeld der Ausschusssitzung um ein klares Meinungsbild, z. B. in Form einer Probeabstimmung, gebeten. Diese wurde mit Verweis auf die Geschäftsordnung von Linken und Grünen abgelehnt, so dass Krieger aufgrund der Diskussionsbeiträge eine Bewertung der Stimmungslage vornehmen muss.

 

Ich kann die Sorgen und Ängste der Innenstadt durchaus nachvollziehen. Wie es nach dem Lockdown weitergeht, welche Händler die Pandemie wirtschaftlich überlebt haben, wissen wir erst in ein paar Wochen, vielleicht auch erst in einigen Monaten. Die Innenstadt braucht jedoch andere Lösungen, um attraktiv zu sein. Die Verhinderung von Wettbewerb kann in einer Marktwirtschaft nicht der richtige Weg sein. Im Gegenteil. Vielleicht hilft der „neue“ Kaufpark ja sogar, die teilweise sehr hohen Gewerbemieten in der Innenstadt wieder auf ein verträglicheres Niveau zu senken. Denn kein Eigentümer kann langfristig an Leerstand interessiert sein.

 

Wie geht es nun weiter?

 

Herr Krieger hat sich zunächst ein paar Tage Bedenkfrist „verordnet“. Frühestens in der kommenden Woche will er sich zu seinen weiteren Plänen äußern. Der Bebauungsplan wird am 22.03.2021 im Stadtbezirksbeirat Prohlis öffentlich beraten, die Beschlussfassung zum Aufstellungsbeschluss ist dann für den 31.03.2021 im Bauausschuss (ebenfalls öffentlich) vorgesehen.

 

Ich hoffe sehr, dass Herr Krieger versucht, die Kaufoption zu verlängern. Denn ich möchte, dass er das Projekt realisiert. Dresden kann auch nach Corona durchaus zwei größe Einkaufszentren außerhalb der Innenstadt vertragen.

 

Sollte sich Herr Krieger zurückziehen, sehe ich mittelfristig den Kaufpark eine ähnliche Entwicklung wie bspw. das Otto-Dix-Center nehmen. Dort stehen inzwischen – alles fing mit dem Umzug des Saturn-Marktes in die erweiterte Altmarkt-Galerie an – große Teile der Ladenflächen seit Jahren leer. Dass der bisherige Eigentümer des Kaufparks die seit Jahren diskutierten Umbaupläne realisiert, sehe ich nicht.

 

Deshalb kämpfe ich weiter für eine Mehrheit zugunsten des Projektes von Herrn Krieger.

zuletzt aktualisiert: 12.03.2021 (12:45 Uhr)