Mario Schmidt Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden
Mario SchmidtStadtrat der Landeshauptstadt Dresden 

Kontextualisierung am Gedenkobelisk Dresden-Nickern

Seit Jahren ist der Gedenkobelisk in Dresden-Nickern ein "Stein des Anstoßes". 

 

Er erinnert an die Opfer der Weltkriege aus der früheren Gemeinde und dem heutigen Stadtteil Nickern. Im Umfeld des 13. Februar ist er seit Jahren leider eine Pilgerstätte von Rechten und Neonazis.

 

Als Reaktion darauf hatte die rot-rot-grüne Stadtratsmehrheit im Jahr 2016 beschlossen, den Gedenkobelisk als "unbeliebten Gedenkort" zu kontextualisieren.

 

Der Gedenkobelisk für die Opfer der Luftangriffe auf Dresden in Altnickern hat seit Februar eine neue Informationstafel bekommen. Seit dem Zweiten Weltkrieg war in der Inschrift vom "anglo-amerikanischen Bombenterror" die Rede.

 

Der Stadtrat hatte 2021 beschlossen: Das Areal ist so zu gestalten, dass sowohl die Erinnerung an die Toten der Weltkriege als auch die kritische Auseinandersetzung mit den Ursachen für Krieg und Vernichtung möglich sind.

 

Doch nicht nur der Stelen-Text sollte komplett überarbeitet werden, der Stadtbezirksbeirat Prohlis wollte sie in eine Ergänzung des Archaeo-Pfades einbinden, mit Hintergrundinformationen zu historisch bedeutsam Orten entlang des Weges. Das Rathaus plante dagegen, eine Stele aus Cortenstahl fertigen zu lassen.

 

Zur Einweihung Anfang Februar musste wir feststellen, dass die Kulturverwaltung das Vorhaben nach eigenen Vorstellungen umgesetzt hatte, sagt unsere Kulturpolitikerin Petra Nikolov:

"Das Handeln der Kulturbürgermeisterin grenzt an einen Skandal. Wir wollten den Besuchern immer perspektivisch weitere Informationen entlang des Weges zu historisch bedeutsamen Orten (bspw. Schloss Nickern) geben. Dafür denken wir bereits über eine Ergänzung des Rundwanderweges mit andersfarbigen Stelen nach. Der Stadtbezirksbeirat Prohlis hatte dies zur Grundlage für seine Beschlussergänzung gemacht, die wir im Kulturausschuss übernommen haben.

Die Kulturverwaltung ist weder auf das Stadtbezirksamt noch auf uns als Heimatverein Prohlis zugekommen und hat damit klar gegen den Beschluss des Kulturausschusses verstoßen. Herausgekommen ist durch das eigenmächtige Handeln im Rathaus eine Stele, die in dieser Form keine Mehrheit im Ausschuss gefunden hätte. Der Verwaltung war von Anfang an bekannt, dass sie für den von ihr vorgeschlagenen Weg keine Zustimmung der CDU-Fraktion erwarten kann. Wir fühlen uns hintergangen, das Vertrauen in Bürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke) ist durch dieses Vorgehen nachhaltig gestört.“

 

Unser Stadtrat und Sprecher der CDU im Stadtbezirksbeirat Prohlis, Mario Schmidt, ergänzt:

„Der Kompromiss, auf den wir uns im Stadtbezirksbeirat verständigt hatten, war klar: Kontextualisierung ja, aber keine damit verbundene Überhöhung des Obelisken. Nunmehr fordern wir in Zusammenarbeit von Kulturverwaltung, Stadtbezirksamt und lokalen Akteuren wie dem Heimatverein ein Konzept, wie die Stele am Obelisken in eine Erweiterung bzw. Ergänzung des Archaeo-Pfades eingebunden werden kann.”