Mario Schmidt Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden
Mario SchmidtStadtrat der Landeshauptstadt Dresden 

Fußweggestaltung Lenbachstraße

Ein Antrag der SPD im Stadtbezirksbeirat Prohlis (02.05.2022)

In der Sitzung des Stadtbezirksbeirates Prohlis am 2. Mai 2022 hatten die beiden SPD-Beirätinnen, unterstützt durch Grüne und Linke, einen Antrag gem. Vorschlagsrecht des Stadtbezirksbeirates eingebracht.

 

Gegenstand war, nach der im Herbst 2021 erfolgten Abordnung von Stellflächen

auf den Fußweg-Nebenflächen, für eine Neugestaltung dieser Flächen Planungen unter Beteiligung der Anliegerschaft zu beauftragen.

 

Im Antrag waren als Beispiele für eine künftige Nutzung dieser Flächen aufgeführt: Spielgeräte, Sitzgelegenheiten, Grillplätze, Fahrradabstellanlagen, Hochbeete …

 

Spielgeräte und Grillplätze am Straßenrand? Wer bitteschön kommt auf solche Ideen? Die Innenhöfe der angrenzenden Wohnbebauung ist stark durchgrünt, es gibt dort Spiel- und Aufenthaltsflächen. Wer kommt da also bitte auf die Idee, Kinder am Straßenrand spielen zu lassen? Das ist ja wohl ein schlechter Witz.

 

Fahrradabstellanlagen, Sitzgelegenheiten, mehr Grün (ob es dafür unbedingt Hochbeete braucht oder ob hier nicht auch klassische Blühwiesen passen) – da

sind wir gern dabei.

 

Dafür braucht es aber keine umfangreichen Planungen. Hier könnten die Antragstellerinnen auch direkt mit den Nachbarn und Anliegern konkrete Ideen aufschreiben und in einen entsprechenden Antrag gießen.

 

Aus diesem Grund haben wir den entsprechenden Antrag abgelehnt. Denn das Geld, welches für Planungen verwendet werden müsste, kann man auch ganz konkret und direkt investieren. Und zwar nicht für Spielgeräte und Grillplätze am Straßenrand. Sondern vielleicht doch eher für sinnvolle Sachen, die auch zu den betreffenden Flächen passen.

Die Lenbachstraße als Einbahnstraße? Eine Schnapsidee der Verwaltung

Die Stadtverwaltung möchte, wenn man Presseberichten glauben darf, die Lenbachstraße in Strehlen zur Einbahnstraße umfunktionieren. Hintergrund sei u. a., dass durch die auf dem Gehwegbereich geparkten Fahrzeuge regelmäßig nah an den Wohngebäuden geparkt werden, so dass der Fußweg nicht oder nur schwer nutzbar ist.


Das Problem ist mir bekannt und durchaus unschön. Aber: Nicht immer ist eine Einbahnstraße die Lösung des Problems. Denn die Lenbachstraße ist regelmäßig auch Umleitungsstrecke und sie ist neben Caspar-David-Friedrich-Straße die einzige Staße mit einigermaßen normaler Fahrbahnbreite und Zweirichtungsverkehr. In der Caspar-David-Friedrich-Straße wird perspektivisch weniger Platz als bisher zur Verfügung stehen, wenn dort die Stadtbahntrasse gebaut wird.

 

Die Verwaltung sollte hier berücksichtigen, dass es sich um ein dicht bebautes, historisch gewachsenes Wohngebiet handelt. Der Parkdruck ist dort ohnehin schon groß, es stehen in der Umgebung aber auch keine Flächen zur Verfügung, um zum Beispiel ein Parkhaus zu errichten.

 

Im Presseartikel wird als Begründung für die geplante Maßnahme u. a. erwähnt, dass auf den auf dem Gehweg genehmigten Parkflächen regelmäßig so nah an die Häuser fahren, dass der Gehweg nicht mehr als solcher genutzt werden kann.

 

Mein Vorschlag: Die Lenbachstraße bleibt wie sie ist. Für das Parken auf dem Gehweg bringt man häuserseitig Bügel oder ähnliche Elemente als Parkraumbegrenzung an. Überlange Fahrzeuge (in der Regel ja Firmenfahrzeuge) können dann eben dort nicht mehr parken und haben ja in einem Wohngebiet auch vordergründig nichts zu suchen. Für den Radverkehr braucht es dort keinerlei Veränderungen, denn Radfahrer können (so wie ich es immer mache) bequem über die Mockritzer Straße fahren. Diese ist für den Durchgangsverkehr ohnehin gesperrt und ist somit derzeit eigentlich eine reine Parkstraße mit ÖPNV-Durchgangsverkehr.

 

Und wenn die Verwaltung glaubt, den Schleichverkehr reduzieren zu können, dann gäbe es auch dafür bessere Lösungen. Man könnte beispielsweise endlich mal die Ampelschaltung am Wasaplatz auf die neue Verkehrsführung anpassen. Dort steht man derzeit, egal mit welchem Verkehrsmittel, mehr als fünf Minuten an der Ampel, bevor man fahren darf. Das nervt verständlicherweise viele Verkehrsteilnehmer und wer kann, umgeht das Problem eben und sucht sich andere Wege.

 

Unlogisch zudem ist in diesem Zusammenhang, dass die Verwaltung die langjährig bestehende Einbahnstraßenregelung für die deutlich schmalere Gotthardt-Kühl-Straße im vergangenen Herbst aufgehoben hat. Das stößt bei den Anwohnern nach wie vor auf Unverständnis. Wenn dort Fahrzeuge geparkt sind (was für die Anlieger gar nicht anders geht), dann ist dort in der Straße ohnehin kein Begegnungsverkehr möglich. Man könnte meinen, hier wurde ohne jegliche Ortskenntnis vom Schreibtisch aus eine Entscheidung getroffen.