Mario Schmidt Stadtrat der Landeshauptstadt Dresden
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Die Lenbachstraße als Einbahnstraße? Eine Schnapsidee der Verwaltung

Die Stadtverwaltung möchte, wenn man Presseberichten glauben darf, die Lenbachstraße in Strehlen zur Einbahnstraße umfunktionieren. Hintergrund sei u. a., dass durch die auf dem Gehwegbereich geparkten Fahrzeuge regelmäßig nah an den Wohngebäuden geparkt werden, so dass der Fußweg nicht oder nur schwer nutzbar ist.


Das Problem ist mir bekannt und durchaus unschön. Aber: Nicht immer ist eine Einbahnstraße die Lösung des Problems. Denn die Lenbachstraße ist regelmäßig auch Umleitungsstrecke und sie ist neben Caspar-David-Friedrich-Straße die einzige Staße mit einigermaßen normaler Fahrbahnbreite und Zweirichtungsverkehr. In der Caspar-David-Friedrich-Straße wird perspektivisch weniger Platz als bisher zur Verfügung stehen, wenn dort die Stadtbahntrasse gebaut wird.

 

Die Verwaltung sollte hier berücksichtigen, dass es sich um ein dicht bebautes, historisch gewachsenes Wohngebiet handelt. Der Parkdruck ist dort ohnehin schon groß, es stehen in der Umgebung aber auch keine Flächen zur Verfügung, um zum Beispiel ein Parkhaus zu errichten.

 

Im Presseartikel wird als Begründung für die geplante Maßnahme u. a. erwähnt, dass auf den auf dem Gehweg genehmigten Parkflächen regelmäßig so nah an die Häuser fahren, dass der Gehweg nicht mehr als solcher genutzt werden kann.

 

Mein Vorschlag: Die Lenbachstraße bleibt wie sie ist. Für das Parken auf dem Gehweg bringt man häuserseitig einfach ein paar Bügel als Begrenzungen an. Überlange Fahrzeuge (in der Regel ja Firmenfahrzeuge) können dann eben dort nicht mehr parken und haben ja in einem Wohngebiet auch vordergründig nichts zu suchen. Für den Radverkehr braucht es dort keinerlei Veränderungen, denn Radfahrer können (so wie ich es immer mache) bequem über die Mockritzer Straße fahren. Diese ist für den Durchgangsverkehr ohnehin gesperrt und ist somit derzeit eigentlich eine reine Parkstraße mit ÖPNV-Durchgangsverkehr.

 

Und wenn die Verwaltung glaubt, den Schleichverkehr reduzieren zu können, dann gäbe es auch dafür bessere Lösungen. Man könnte beispielsweise endlich mal die Ampelschaltung am Wasaplatz auf die neue Verkehrsführung anpassen. Dort steht man derzeit, egal mit welchem Verkehrsmittel, mehr als fünf Minuten an der Ampel, bevor man fahren darf. Das nervt verständlicherweise viele Verkehrsteilnehmer und wer kann, umgeht das Problem eben und sucht sich andere Wege.

 

Unlogisch zudem ist in diesem Zusammenhang, dass die Verwaltung die langjährig bestehende Einbahnstraßenregelung für die deutlich schmalere Gotthardt-Kühl-Straße im vergangenen Herbst aufgehoben hat. Das stößt bei den Anwohnern nach wie vor auf Unverständnis. Wenn dort Fahrzeuge geparkt sind (was für die Anlieger gar nicht anders geht), dann ist dort in der Straße ohnehin kein Begegnungsverkehr möglich. Man könnte meinen, hier wurde ohne jegliche Ortskenntnis vom Schreibtisch aus eine Entscheidung getroffen.