Ein Neubau im Zwingerpark? 
Warum der Aufschrei der Umweltschützer falsch war und falsch ist.

Als 1985 die wieder aufgebaute Semperoper eröffnet wurde, hatte Architekt Wolfgang Hänsch im dem rückwärtigen Bereich ein Dreigespann an Funktionsgebäuden angeordnet, die über eine "Seufzerbrücke" mit dem Haupthaus verbunden sind. Im großen Funktionsgebäude direkt hinter dem Opernhaus befinden sich u. a. die Künstlergarderoben, die Maske, Probenräume für Ballett und Orchester ... Insbesondere die Garderoben müssen nah an der Bühne sein, denn oftmals müssen sich Künstlerinnen und Künstler während einer Vorstellung mehrfach umziehen.

Das Funktionsgebäude ist in die Jahre gekommen, nach 40 Jahren muss es dringend saniert werden. Doch wohin in dieser Zeit mit den Garderoben und den Proberäumen? Darüber haben sich der SIB (Staatsbetrieb Immobilien und Bau) sowie das Landesdenkmalamt viele Jahre lang den Kopf zerbrochen. Im Sommer lag nun ein Lösungsvorschlag auf dem Tisch, doch der hatte es in sich. Ein Neubau am Rande des Zwingerparks - in Verlängerung der Baufluchten des "Semper Zwei" sollte es richten. Baurecht erlangt der Freistaat hier nur mit Zustimmung der Stadt Dresden, ein Stadtratsbeschluss ist notwendig. 

Im Juni wurde uns der Aufstellungsbeschluss zu einer Ergänzungssatzung zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt. Heftig wurde von Grünen und Dissidenten argumentiert, die Verwaltung wolle hier einfach mal mitten im Zwingerpark einen Neubau errichten lassen. Ich habe, weil mir die Semperoper wichtig ist, Vertagung beantragt. Anfang September gab es einen Vor-Ort-Termin, bei dem auch die für Kultur und Tourismus zuständige Staatsministerin Barbara Klepsch zugegen war. Sie erläuterte vor Ort den anwesenden Stadträten (leider hatten es manche Fraktionen nicht nötig, den Termin wahrzunehmen) die Notwendigkeit und die Dringlichkeit. Diese wurde beim Blick in die Räume offensichtlich - undichte Fenster sind da noch der geringste Mangel. 

Der Aufschrei, der von Grünen und Dissidenten kam, konnte hier beim Vor-Ort-Termin gut widerlegt werden. Es ist kein Bau im Park geplant, sondern am Rande des Parks direkt in Verlängerung der Baufluchten eines bestehenden Hänsch-Baus. Dafür fallen ein paar Quadratmeter Wiese weg und drei oder vier Bäume müssen weichen. Eine historische Platane wird erhalten, das war dem Denkmalamt wichtig (und das ist gut und richtig so). 

In einer zweiten Lesung im Bauausschuss haben wir dann den Aufstellungsbeschluss mehrheitlich fassen können. Die Verwaltung bekam noch einige Prüfaufträge mit und kann nun in die genaueren Planungen gehen.

Als Kulturpolitiker war mir wichtig, dass die Bespielbarkeit der Semperoper zu jeder Zeit gewährleistet ist. Nichts wäre schlimmer als eine vorübergehende Schließung aufgrund von Baumaßnahmen im Nebengebäude. Die Semperoper gehört zu unseren touristischen Leuchttürmen, wir brauchen sie, wenn Dresden als Kulturmetropole Touristen aus aller Welt anziehen soll. Der behutsame Eingriff in den Landschaftsraum des Zwingerparks ist in der Abwägung vertretbar.

 

Im dritten Foto habe ich leicht rot markiert, um welche Fläche es sich handelt. Im Modell (erstes Foto) ist die Einordnung des Baukörpers gut erkennbar.

© Mario Schmidt. Alle Rechte vorbehalten. 

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